"Wie entsteht ein Sinn für Gerechtigkeit?"

Die Veranstaltungsreihe "Wie entsteht ein Sinn für Gerechtigjeit" wurde vom ikm, dem Haus am Schüberg, des Studienzentrums der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, zusammen mit Dr. Anna Staufenbiel-Wandschneider und Pastor Sönke Wandschneider 2006 durchgeführt.

Zum Auftakt der Reihe erläuterte Dr. Rachel Livne-Freudenthal aus Jerusalem die Vorgehensweise, dass wir in Konfliktsituationen immer zuerst ein Dilemma bearbeiten müssen und erst dann in die Verhandlungsarbeit gehen können. „Woher weiß man, was sich gehört?“ fragten wir danach Prof. Dr. Harald Welzer. Ist das unangepasste Verhalten abhängig von der Persönlichkeitsstruktur, von der Gruppe, zu der jemand gehört, vom Zufall oder von Vorbildern, die eine Gesellschaft anbietet?
Die Thesen von Prof. Dr. Welzer boten die Grundlage zu einer Reflektion der Frage „Wie entsteht ein Sinn für Gerechtigkeit?“ aus ganz unterschiedlichen Berufshintergründen. Die ReferentInnen nahmen ihre erinnerungspädagogische, konfliktpädagogische, theologische und psychoanalytische Perspektive ein, um weitere Entwicklungsschritte für einen Gerechtigkeitssinn aufzuzeigen.

Die Veranstaltungen waren mit insgesamt 240 Teilnehmenden sehr gut besucht. Eine Veröffentlichung der Beiträge wurde von vielen Seiten nachgefragt. Mit dieser Ausgabe der Zeitschrift "Gewaltfreie Aktion" bieten wir ein weiteres Forum zu dem Thema "Wie entsteht ein Sinn für Gerechtigkeit?". Dies möge als Grundlage für weitere Überlegungen und Auseinandersetzungen dienen.

"Wie entsteht ein SInn für Gerechtigkeit?"
gewaltfreie Aktion, Heft 150, 39. Jahrgang, 1. Quartal 2007
Karlsruhe 2007, 42 Seiten
Preis: 4,- €