"Konflikte und Gewalt -
präventive Konzepte, praktische Hilfen, Adressen"...

... ist das Ergebnis einer besonderen Gruppe in Hamburg: Der Fachkreis für Gewaltprävention. In ihm sind behördliche Institutionen und freie Träger zusammen geschlossen, die es schaffen ihre verschiedenen Kompetenzen zu nutzen und Synergieeffekte wirken zu lassen. Der Fachkreis wird im Reader mit seiner konkreten Arbeit vorgestellt.

Der Reader selbst steht allen pädagogischen Fachkräften, Eltern, Kinder und Jugendliche und viele andere zur Verfügung, die zunehmend vor dem Problem stehen, mit Gewalt umgehen zu müssen. Häufig gestellte Fragen sind: Wie kann ich Konflikten begegnen? Wie kann Gewalt unter Jugendlichen verhindert werden? Wer bietet Hilfen? Welche Programme gibt es? Der Reader "Konflikte und Gewalt - präventive Konzepte - praktische Hilfen - Adressen" greift die aktuellen Fragen auf.

Am Anfang stehen zwei Artikel, die im schulischen und außerschulischen Lebensumfeld von Jugendlichen Arbeitsansätze und Perspektiven zeigen, "wenn's knallt". Die Resignation bei Gewalthandlungen ist oft verständlich. Bei schweren Delikten wie Zerstörungen, Diebstahl, Erpressung oder Körperverletzung kommt der Eindruck auf, mit dem Rücken an der Wand zu stehen und nicht mehr weiter zu wissen. Doch auch die häufigen "kleinen" Störungen wie Schubsen, Treten und Beschimpfungen belasten den Alltag in pädagogischen Einrichtungen wie auch im öffentlichen Raum und machen das Miteinander nicht leichter. Entwicklungen, die schleichend daher kommen, sowie die schwerwiegenden Vorfälle fordern ein entschiedenes Handeln und vorbeugende Maßnahmen. Im Reader "Konflikte und Gewalt" werden verschiedene Konzepte aufgegriffen und direkt aus der Praxis einzelne Institutionen mit ihren Arbeitsansätzen exemplarisch vorgestellt. Es wird dargelegt, den Blick auf die Anfänge von Konflikten zu richten, zu lernen sie konstruktiv und gewaltfrei auszutragen. Zivilcourage, die interkulturelle Bearbeitung von Konflikten, die geschlechtsspezifische Sicht und die sogenannte "Peer-Mediation" sind weitere Ansätze zur Gewaltprävention und Konfliktbearbeitung. Bei diesen Ansätzen wird immer ein konkreter Hinweis auf die praktische Umsetzung gegeben. Auch der Fachkreis Gewaltprävention selbst stellt sein Konzept vor und macht das konkrete Angebot, eine "Anti-Gewaltrallye und Konfliktlandkarten" in Form von Projekttagen mit Jugendlichen durchzuführen. Die weiteren praktischen Hilfen sind in der großen Sammlung Hamburger Institutionen zu finden, die aktiv Prozesse zur Gewaltprävention fördern können und Unterstützung bei Gewaltvorfällen anbieten. Die Fortbildungsträger bilden den abschließenden Teil im System der Angebote, kompetente Hilfe und Selbsthilfe aufzubauen.

Einem (farbigen) Einleger können die aktuellen Fortbildungen für die kommende Zeit entnommen werden. Weitere Auskünfte dazu sind bei den jeweiligen Trägern zu erfragen. Abgerundet wird der Reader durch ein umfangreiches kommentiertes Literaturverzeichnis mit vielen Arbeitsmaterialien für die Praxis sowie, fürs leichtere Wiederfinden der verschiedenen Angebote und Einrichtungen, ein Stichwortverzeichnis. Entstanden ist die Idee, Konzepte, praktische Hilfen und Adressen zusammen zu stellen, aus dem Hamburger Fachkreis Gewaltprävention. Der Fachkreis versteht sich als übergreifendes Forum, in dem mehrere Behörden und einzelne Institutionen zusammen arbeiten. Sein Anliegen ist es, vorhandene Ideen und Kompetenzen zu bündeln. Darüber hinaus werden neue Wege der Gewaltprävention entwickelt und erprobt, um Jugendliche in ihrer Entwicklung zu fördern und ihnen Handlungs- und Verhaltensalternativen anzubieten, den Gewaltkreislauf zu durchbrechen. Mit diesem Reader erhebt der Fachkreis Gewaltprävention weder den Anspruch, umfassend Gewaltphänomene wie zum Beispiel ideologisch motivierte Gewalt, Gewalt im Elternhaus oder sexualisierte Gewalt zu thematisieren noch den Anspruch, alle Angebote in Hamburg vollständig wiederzugeben. Vielmehr soll der Reader "Konflikte und Gewalt" Anregung sein, in ähnlicher Weise in den eigenen regionalen Bezügen vernetzend zusammen zu arbeiten, um entschieden gegen Gewalt und für eine konstruktive Austragung von Konflikten tätig zu werden.

Dieter Lünse und Frauke Wiegmann für den Fachkreis Gewaltprävention

Herausgeber: Fachkreis für Gewaltprävention,
2. Auflage, Hamburg 2004.