Institut für konstruktive Konfliktaustragung und Mediation e.V. ::: An der Alster 40 ::: 20099 Hamburg :::
Tel.: 040 / 28 00 68 52 ::: Fax: 040 / 28 40 95 10 :::



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Das Institut für konstruktive Konfliktaustragung
und Mediation

 

Hintergrund und Anspruch

Konflikte sind nicht, wie es häufig den Anschein erweckt, per se negativ. Sie sind offenen Gesellschaften immanent und notwendiger Bestandteil demokratischer Auseinandersetzungen. Konfliktfreie moderne Gesellschaften gibt es nicht und kann es nicht geben.

Entscheidend für den Charakter des Zusammenlebens ist die Art des Umgangs mit Konflikten. Gelingt es, die entstehenden Konflikte konsensual oder wenigstens vernünftig, menschlich und direkt zu bearbeiten oder wird zu gewaltförmigen, unversöhnlichen oder obrigkeitlichen Mitteln gegriffen? Im Interesse einer demokratischen Entwicklung der Gesellschaft sollte Konfliktlösung primär eine Aufgabe gesellschaftlicher Interaktion sein und erst sekundär eine Frage staatlicher Interventionen. Wenn Menschen es nicht gelernt haben, Konflikte mit anderen selbst und vernünftig zu lösen und statt dessen lieber auf staatliche Intervention setzen, ist langfristig keine gute Entwicklung denkbar.

Konflikte, vor allem gewaltförmig ausgetragene, haben ihre Ursachen immer auch in sozialen Verwerfungen und Umbrüchen. Gesellschaftliche Strategien, die gewaltförmige Auseinandersetzungen nur unterdrücken wollen, greifen zu kurz, befriedigen nur vorübergehend das Bedürfnis nach Ruhe und Ordnung, das seinerseits als Reflex auf Unsicherheit und Zukunftsangst gesehen werden muß. Gewalt ist immer mehr, als nur eine individuelle Äußerung. Sie ist einerseits Zeichen von und andererseits Ausdruck unzureichender individueller Möglichkeiten, auf die für die moderne Gesellschaft konstitutive Offenheit und Unsicherheit produktiv zu reagieren.

Entscheidend für die positive Entwicklung der demokratischen Zivilgesellschaft ist, wie und in welcher Form mit Konflikten umgegangen wird. Die Bewältigung konflikthafter Situationen stellt, ebenso wie der Umgang mit Unsicherheiten und Veränderungen, immer hohe Anforderung an die personale Kompetenz dar. Diese muß gefördert und entwickelt werden. "Die Menschen stärken - die Sachen klären". So brachte H.v.Hentig diesen komplexen Anspruch auf den Punkt.

Um die vorhandenen Ansätze in diesem Sinne zusammen zu bringen und zu fördern, braucht es vermittelnde Instanzen. Die Kultur ziviler Konflkiktbearbeitung kann gestärkt werden, wenn die vernetzte Kooperation, der fachliche Diskurs und die methodischen Kompetenzen zusammengeführt werden.

Dieses Ziel verfolgt das Institut für konstruktive Konfliktaustragung und Mediation.

 

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Arbeitsformen

Das Institut für konstruktive Konfliktaustragung und Mediation (ikm) bearbeitet folgende Bereiche:

1. Vermittlung von Kompetenzen in Mediation, Konfliktaustragung und Zivilcourage

- Grundausbildungen, berufsbegleitende Weiterbildung im Bereich Erziehung und Bildung; Fortbildungen für Mitarbeiter/innen im sozialen, kirchlichen und schulischen Bereich, Trainings für interessierte Privatpersonen, Jugendgruppen, Teilnehmer/innen an Bildungsurlauben,

- Projekttage und Projektwochen an Schulen zu den o.g. Themen, insbesondere zu Streitvermittlung,

- Schulentwicklung, Schulberatung und Schulkonferenzen,

- Konfliktberatung von Teams in sozialen und öffentlichen Einrichtung,

- Stadtteil- und Sicherheitskonferenzen initiieren und begleiten,

- Veröffentlichung von Vorträgen, Materialien, Programmen, Studien.

2. Kompetente Mediatoren/innen und Trainer/innen vermitteln

- Ausgebildete Fachleute für einzelne Konfliktbereiche,

- Zusammenführung und Weiterqualifikation dieser Fachleute organisieren.

3. Das Netzwerk Zivilcourage stärken

Das Netzwerk besteht aus Institutionen, die in gesellschaftlichen und politischen Konflikten den Weg ziviler Konfliktbearbeitung und Mediation unterstützen. Um die Möglichkeiten der einzelnen Einrichtungen besser für die gesamte Arbeit nutzen zu können, führt das ikm die im Netzwerk mitarbeitenden Institutionen und Gruppen zusammen, informiert, koordiniert und hilft bei der Bewältigung anstehender Aufgaben. Die Mitglieder des Netzwerkes tragen diess Arbeit des Institutes fachlich und finanziell mit.

4. Grundlagenarbeit

Forschung; Archiv; Presse- und Öffentlichkeitsarbeit; Vorträge und Diskussionsveranstaltungen.

 


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©2000 ikm | geändert am 9. August 2005