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Veranstaltungen

Hinhören statt besser wissen - Partizipativer Fachtag

Ein schönes Format, von denen ich sehr gerne mehr haben würde. Ich habe Menschen erlebt, die ich sonst wahrscheinlich nicht kennengelernt hätte un das war so bereichernd. Danke.

Feedback Teilnehmer*in

 

Am 5.Dezember 25 fand der erste partizipative Fachabend "Hinhören statt besser wissen" statt. Im Eeden Hamburg trafen sich ca. 45 junge Menschen und pädagogische Fach- und Leitungskräfte, um gemeinsam ins Gespräch zu gehen. Nach einem lockeren Ankommen und der Möglichkeit sich über die ausgestellten Ergebnisse einer Online Umfrage unter 50 Jugendlichen zu informieren startete der Fachabend mit einem bewegenden Gedicht einer jungen Künstlerin. 

Respekt beginnt beim zuhören

Wir,
wir sind eine Generation, die nicht ernst genommen wird.
Die nicht ernst genommen wird,
weil wir faul sind.
Die nicht ernst genommen wird,
weil wir nicht belastbar sind.
Die nicht ernst genommen wird,
weil wir handysüchtig sind.
Die nicht ernst genommen wird,
weil wir ja eh alles mit ChatGPT machen.
Die nicht ernst genommen wird,
weil SIE uns nicht ernst nehmen.

Wir sind eine Generation, der nachgesagt wird,
dass wir die deutsche Sprache nicht beherrschen,
dass wir die deutsche Sprache nicht hüten.
Codeswitching.
Anpassung der Sprache.
Für sie heißt das: Wir seien nicht gebildet.
Wir seien es nicht wert, gehört zu werden,
nur weil SIE unsere Sprache nicht verstehen.
Weil sie nicht verstehen,
was es bedeutet,
eine Sprache zu wechseln,
eine Identität zu wechseln,
eine Welt zu wechseln.
Unsere Sprache, sagen sie,
sei ihnen nicht intelligent genug.
Wenn sie nur wüssten, WIE intelligent wir sind,
dass wir unsere Sprache
immer und überall
anpassen können, je nachdem, wer uns gerade gegenübersteht.

Kein Bock — keine Kapazität
Safe — definitiv
Ich schwöre — ich versichere Ihnen
Digga, warte kurz — einen Augenblick bitte
Alles gut? — Ist alles in Ordnung?
Chill mal — bitte einen Moment Geduld
Kein Stress, Digga — das ist kein Problem

Sie verstehen nicht,
was Zuhören wirklich heißt.
Nicht auf Fehler achten,
sondern auf Menschen.
Nicht die Grammatik prüfen,
sondern die Erfahrung dahinter.
Nicht urteilen,
sondern wahrnehmen.

Sie verstehen nicht,
dass wir jeden Tag spüren,
dass Erfahrung nicht in Jahren wächst,
sondern in Kämpfen.
Unsere Generation hat mehr Krisen erlebt
als manche in drei Jahrzehnten:
Kriege, Lockdowns, Energie,
Inflation, Konjunktur- und Industriekrisen.

Aber wir sind die empfindliche Generation.

Unsere Stimmen sind echt,
selbstbewusst,
verletzlich,
und voller Wahrheit.
Wir sprechen nicht, um zu gefallen.
Wir wollen keinen Applaus,
keine Standing Ovation.

Wir wollen Respekt.
Und Respekt beginnt beim Zuhören.

Berfin Sözen 

Daraufhin wurde sich in 3 moderierten Workshops gemeinsam darüber ausgetauscht, was eine Arbeit mit Jugendlichen braucht, die bewegt. 

Workshop „Umgang mit Beteiligung“

Die Grundhaltung von Fachkräften, dass junge Menschen Expert*innen ihres Lebens sind, ist wichtig und eine Voraussetzung, um jungen Menschen Beteiligung zu ermöglichen, denn sie hat zur Folge das junge Menschen

  • Energie und Zuversicht,
  • Zutrauen in die eigene Selbstwirksamkeit,
  • Zugehörigkeitsgefühl zur Gesellschaft,

spüren und erleben.

Im konkreten Umgang mit jungen Menschen gilt immer das Motto "zuhören statt besserwissen". 

Alle Fachkräfte sollten in den Grundlagen von Beteiligung geschult (Beteiligungspyramide/Stufen der Beteiligung kennen) sein, um Fehler im Prozess zu vermeiden.

Workshop „Umgang mit Religion“

Wichtige Themen, mit denen sich  („deutsch sozialisierte“) Erwachsene auseinandersetzen sollten:

  • Religionssensibilität ist heutzutage vielen jungen Menschen wichtig, weil Religion als ein bedeutendes Aspekt in der Identitätsfindung vieler jungen Menschen empfunden wird.
  • Reflektion des historischen Ursprungs der Säkularisierung und der eigenen biographischen Erfahrungen mit Religion als Ursprung religionskritischer Einstellungen.
  • Frage: Sollte Schule ein religionsfreier Ort sein? Das geht für viele junge Menschen gar nicht mehr, weil die Religion und ihre Ausübung Teil ihrer Identität ist, die sie nicht einfach ablegen können.

Gewünschtes Motto: aus der Komfortzone in die Kontaktzone.

Workshop „Umgang mit Krisen“

Identitätskrisen sind nicht immer andauernd aber wiederkehrend – Erwachsene sollten als Begleiter*innen solcher Krisen 

  • die Individualität der Betroffenen und der Krise schätzen und respektieren,
  • sich das Einverständnis für Unterstützungsmaßnahmen einholen,
  • mit den Betroffenen gemeinsam ihre Ressourcen aktivieren
  • und wenn möglich eine Peer Gruppe in der Institution schaffen.

Motto: Perspektivübernahme als Grundlage des erwachsenen Handelns

Nun ging es bei leckerem Fingerfood ums Netzwerken und Kennenlernen von Projekten, bei denen sich junge Menschen engagieren oder Fachkräfte weiterbilden können. Dazu wurden Infostände von folgenden Projekten angeboten:

  • Kiezläufer*innen Mümmelmannsberg (Jugendetage Mümmelmannsberg)
  • Youth Advocats (Plan International)
  • Jugendliche beraten Jugendliche (ajs Hamburg)
  • Miteinander reden (ikm)

Es gab einmal ein Kind
mit einem Kopf voller Träume
und einem Herzen,
das leiser schlug
und doch mehr trug
als viele um es herum.

Es waren Worte aus dem Mund von Erwachsenen,
ausgesprochen mit der Sicherheit einer Wahrheit:
dass der Weg eines Kindes begrenzt sei,
auch wenn seine Noten still widersprachen.
Worte, die schwerer wogen
als ein Kinderherz tragen kann —
Worte, die manche glauben,
weil Erwachsene immer recht zu haben scheinen.

Manchmal verwandelt sich ein Klassenzimmer
in einen Ort,
an dem nicht gelernt,
sondern vorsichtig geatmet wird,
damit man nicht noch kleiner wird.

Es heißt so oft,
Wege seien gerade
und Kinder seien gleich.
Doch sichtbar bleiben meist nur Noten —
nie die Wege dorthin,
nie die Anstrengung,
nie die Lasten,
die unsichtbar mitgetragen werden.

Manche wachsen schief
aus den Umständen ihres Lebens,
ein wenig windgebeugt,
aber erstaunlich widerstandsfähig.
Ihre Geschichten liegen wie schwere Bücher
in einem Ranzen,
für die es keine Fächer gibt.

Und manchmal formt ein einziger Name
eine Erwartung,
lange bevor ein Kind den Raum betritt.
Ein Klang, der „passt“.
Ein Gesicht, das nicht „passt“.
Ein Blick,
eine Haltung,
eine Schublade,
die leise ins Schloss fällt.

Trotz all dem
gehen manche weiter.
Mit Schritten,
die beben,
pochend,
und manchmal mutiger
als das Herz erlaubt.
Sie wachsen.
Sie bestehen.
Sie finden ihren Platz
trotz der Mauern,
nicht wegen ihnen.

Und nun
steht dieser Mensch wieder im Klassenzimmer,
doch diesmal dort,
wo Erwachsene stehen,
die so oft vergessen,
wie sich Sitzen anfühlt.

Zwischen kleinen Händen,
die nach Stiften greifen,
und kleinen Herzen,
die nach Zugehörigkeit suchen,
zeigt sich eine andere Sicht
auf dieselben Räume.

Dort begegnen einem Kinder,
deren Geschichten unsichtbar bleiben,
deren Bedürfnisse sprachlos sind,
deren leise Hilferufe
im Lärm des Lehrplans
untergehen.

Kinder, die leuchten
und verstummen.
Kinder, die morgens ohne Frühstück kommen
und schweigend zusehen,
wie andere essen.
Ein winziger Moment Menschlichkeit
würde reichen —
doch dann heißt es:
„Das darfst du nicht.
Es könnte sich daran gewöhnen.“

Immer dann,
wenn ein Kind übersehen wird,
verliert Schule
ein Stück ihres Sinns.

Denn Bildung beginnt nicht
auf Papier,
nicht in Tabellen,
nicht im Takt eines Lehrplans.

Bildung beginnt
im Blick zwischen Menschen.
Im Zuhören.
Im Erkennen.

Im Hinsehen —
vor allem dann,
wenn jemand versucht,
unsichtbar zu werden.

Bildung ist kein Tunnel,
durch den alle gleich laufen.
Sie ist ein offenes Feld,
auf dem jeder Mensch
einen eigenen Weg findet
auch dann,
wenn Stimmen sagten:
„Das schaffst du nicht.“

Darum braucht es Räume,
in denen Kinder wachsen dürfen,
nicht kleiner gemacht werden.
Türen, die offenbleiben,
statt Wege, die zugemauert werden.

Mut,
der stärker ist als alte Regeln.
Und Menschlichkeit,
die wärmer ist
als jeder vorgesehene Satz.

Es braucht Hinhören
wirkliches Hinhören
damit niemand lernen muss,
sich wegzuducken,
sondern lernen darf,
sich selbst zu sein.

Und vielleicht
beginnt Veränderung genau dort,
wo jemand sagt:
„Erzähl deine Geschichte.
Jemand hört zu.“

Denn die Zukunft der Schule
liegt nicht im Besserwissen —
sondern im Hinhören.
Und manchmal
ist ein Ohr,
das wirklich sieht,
der Anfang von allem.

Maria Karimi

 

Am Ende der Veranstaltung waren sich alle einig: Dies sollte der Auftakt zu weiteren solcher Abende sein, bei denen Räume geschaffen werden. Räume, in denen sich zu gehört wird. Und zwar wirklich. Räume, in denen junge Menschen erzählen können, was sie bewegt. Und zwar wirklich. Räume, in denen Wertschätzung unterschiedlicher Perspektiven im Zentrum stehen. Räume, die ermöglichen, gemeinsam die Arbeit mit jungen Menschen in Hamburg jugendgerechter zu gestalten - im Hinhören.

Gemeinsam sein

Was heißt es ein Teil vom Ganzen zu sein 
Nicht mehr allein 
Gemeinsam verweiln 
Ein Zustand zu erreichen des gemeinsamen Seins

Was heißt etwas sagen
Die inneren Bedürfnisse
Vorzutragen zu tragen 
Den äußeren Stimmen Stopp zu sagen 
Um sie nun nicht mehr zu vertagen

Nicht mehr gegen die Wellen 
Schwimmen müssen 
Nun mit ihnen sein 
Vielleicht nun unser gemeinsames Ziel 
Zu erreichen schein

Keine Kälte mehr zu spüren 
Die Dunkelheit des allein Seins
Mitbestimmend ein Licht scheint 
Auf den Wellen uns nach vorne treibt 

Die Richtung zu entscheiden
Noch vor dem Felsen 
Wir entgleisen 
Griff nach dem Ruder 
Nach Teilhabe schreiend 

Die Richtung kennen wir 
Eine Lösung kennen wir 
Doch wann sie wollen 
Bekennen unser Wir 

Lasst schon heut etwas Neues wagen 
Für unsere Zukunft 
Etwas Neues erwarten
In dem nicht sie 
Sondern wir als Erstes vortragen 
Nicht mehr ihre Wörter 
Uns vortragen

Gemeinsam gespannt 
Wie die Segel
Durch den Wind 
Von Neuem gleiten
Wir im Sonnenaufgang hinaus gehen
Wie die Blüten von Neuem aufgehend 

Wir nun schon bald 
Gehört, Gesehen, gemeinsam sind
Wie der Wind gemeinsam 
Unaufhaltbar sind 
Erreichend unsere Gemeinsamkeit  
Im Bewusstsein des gemeinsamen Seins

(Salawat)

Abdellatif Assaf

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