HEUTE AM 01. JULI IST DER BUNDESWEITE AKTIONSTAG GEGEN ANTIMUSLIMISCHEN RASSISMUS
Warum? Am 1. Juli 2009 wurde Marwa El-Sherbini im Landgericht Dresden ermordet. Der Täter war der Angeklagte, der Marwa und ihr Kind ein Jahr zuvor rassistisch beleidigte. Auch ihr Mann wurde bei dem Angriff lebensgefährlich verletzt. Der 3-jährige Sohn wurde Zeuge des gewaltvollen Todes. Der Mord an der schwangeren 32-jährigen Pharmazeutin aus Ägypten wurde auch international zur Zäsur dafür, welche Folgen antimuslimischer Rassismus haben kann.
2013 rief der Rat muslimischer Studierender und Akademiker (RAMSA) den 1. Juli zum Tag gegen antimuslimischen Rassismus aus, um Marwa El-Sherbini zu gedenken und auf die tödliche Gefahr von antimuslimischem Rassismus aufmerksam zu machen.
Dieser rassistische Anschlag ist besonders grausam, aber kein Einzelfall! Das zeigt auch das neue Lagebild von CLAIM und weist auf einen erheblichen Anstieg dokumentierter antimuslimischer Vorfälle bei der Meldestelle Report! in Berlin hin. Insgesamt wurden in 2025 975 Vorfälle dokumentiert (2024: 644). Täglich ereignen sich im Durchschnitt rund 3 antimuslimische Vorfälle-allein in Berlin! Die meisten Vorfälle ereignen sich im öffentlichen Raum, gefolgt vom Bildungsbereich und dem Internet.
Die Fälle bilden nur einen Teil der Realität ab und es ist von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen. Die Beratungsstellen berichten von einem hohen Maß an Misstrauen betroffener Menschen gegenüber staatlichen, aber auch zivilgesellschaftlichen Institutionen –insbesondere im Bildungsbereich.
Laut einer Studie der EU-Grundrechteagentur (FRA)* melden nur 4% der Betroffenen in Deutschland eine erlebte Diskriminierung.
Das Vertrauen von muslimischen Befragten in die Bundesregierung sank zwischen 2022 und 2025 von 58% auf 31%.
Die Analyse zeigt auch, dass antimuslimische Vorfälle häufig im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Debatten über Migration, Sicherheit und Zugehörigkeit stehen. Wer Rassismus & Diskriminierung verhindern will, muss hinsehen, zuhören, sich solidarisieren und laut werden! Dies tun wir erfolgreich seit über 25 Jahren! 2000 als gemeinnütziger Verein gegründet, sind wir in den Bereichen Kinder- & Jugend- und Erwachsenenbildung tätig. Die zwei großen inhaltliche Schwerpunkte des ikm sind konstruktive Konfliktaustragung & Diversitätssensibilität. Unser Verein ist weder parteipolitisch noch konfessionell gebunden. Unsere Mitarbeitenden wirken als Mediator*innen, Moderator*innen, Referent*innen, Stadtteilkoordinator*innen und als Expert*innen im Bereich Diversitätssensibilisierung teilen wir folgende Handlungsempfehlungen:
- Ausbau von Monitoring- & Dokumentationsstrukturen
- Verbesserung der staatlichen Erfassung & Strafverfolgung antimuslimischer Hasskriminalität
- Ausbau von Beratungsangeboten für Betroffene
- Entwicklung einer ganzheitlichen und nachhaltigen Strategie zur präventiven Bekämpfung antimuslimischen Rassismus
Mehr zu unseren Angeboten:
https://www.ikm-hamburg.de/kinder-und-jugend
https://www.ikm-hamburg.de/zivilgesellschaft/projekte
https://www.ikm-hamburg.de/erwachsenenbildung/weiterbildung-paragraph-13-agg
Quellen und Studien:
📊 Zivilgesellschaftlichen Lagebild CLAIM: www.claim-allianz.de/aktuelles/publikationen
📊 „Being Muslim in the EU - Experiences of Muslims“, European Agency for Fundamental Rights, 2025
https://fra.europa.eu/en/publication/2024/being-muslim-eu
📊 „Wie Deutschland Diskriminierung erlebt“ Sonderauswertung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), 2026 https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/downloads/DE/publikationen/Expertisen/soep_auswertung_kurzfassung.html
📊 NaDiRa-Monitoringbericht, DeZIM, 2026
https://www.dezim-institut.de/publikationen/verfestigte-abwertungen-fragiles-vertrauen/